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Agiler führen: Einfache Maßnahmen für bessere Teamarbeit, mehr Leistung und höhere Kreativität


Svenja Hofert, Agiler Führen. Einfache Maßnahmen für bessere Teamarbeit mehr Leistung und höhere Kreativität. Springer Gabler; Auflage: 2., 2., akt. Aufl. Aufl. 2018 (16. November 2017)

Das Konzept der agilen Führung basiert auf der Idee, dass Menschen sich für eine Arbeit selbst motivieren können, wenn diese als richtig und sinn­stiftend empfunden wird. Die Mitglieder eines agilen Teams brauchen niemanden, der ihr Kommen und Gehen kontrolliert.

Es gilt die Regel: Mitarbeiter, Team und Unternehmen werden dort abgeholt, wo sie stehen. „Agiles Führen ist immer eine coachende, Ressourcen ver­stär­ken­de Führung.“

Agile Führung setzt auf Teams. Sie geht davon aus, dass ein gutes Team immer mehr kann als die Summe der einzelnen Mitarbeiter. Dieses Mehr, das durch Teamarbeit entsteht, ist der Vorsprung, der am Markt benötigt wird. Als Führungskraft ist es Ihre Aufgabe, das Team bei der Erfüllung seiner Aufgaben zu unterstützen, sich als Coach anzubieten und Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

Darüber hinaus spielt die Führungskraft, je nach Kontext, eine mehr oder weniger bedeutende Rolle bei der Festlegung von Zielen.

In sehr agil geführten Unternehmen werden Ziele aus den Teams heraus formuliert; in Unternehmen, die nur zum Teil mit agilen Methoden arbeiten, ist dies weniger oder gar nicht der Fall. In agilen Unternehmen der höchsten Stufe organisieren sich die Mitarbeiter in dezentralen Teams selbst.

Ein wichtiges Merkmal agiler Führung ist, dass sie mit Rollen arbeitet an Stelle von statusorientierten Hierarchien. Einzelne Teams wie auch das Unternehmen insgesamt sind so aufgestellt, dass die jeweiligen Rollen an die geeignetsten Mitarbeiter vergeben werden. In sehr agilen Unternehmen werden diese Mitarbeiter aus den eigenen Reihen gewählt – auch für die höchsten Hierarchieebenen. Die personelle Besetzung der Rollen ändert sich im Zeitverlauf, und das wird als völlig normal angesehen.

Eine weitere Eigenheit agiler Unternehmen ist, dass sie viele Spielregeln haben, an die sich alle zu halten haben. Sie sind in jedem Fall klar und verbindlich.

In einer Studie wollte das Unternehmen Teamworks GTQ herausfinden: Sind agile Teams tatsächlich innovativer als herkömmliche Teams? Die Studie bestätigte alle Hypothesen. Im Ergebnis gab es einen klaren Vorteil für die agilen Teams.

Eine Führungskraft, die agil führen möchte, benötigt zunächst Klarheit über ihre Motive, ihre Ziele, ihre Weltsicht und Werte. Sie muss glaubhaftes und kohärentes Verhalten nach sich ziehen.

Die agile Führungskräfte besitzen folgende Fähigkeiten: Sie begrüßen Veränderungen, nehmen verschiedene Perspektiven ein und setzen sich offen mit Konflikten auseinander. Sie haben ein hohes Selbstreflexionsvermögen und vieles mehr. Nach dem Entwicklungsmodell von Jane Loevinger, das die Entwicklungsstufen E1 bis E9 kennt, sollte eine agile Führungskraft mindestens auf der Stufe E7 stehen.

Auch in Bezug auf Mitarbeiter und Teams spielen Motive und ihr Reifegrad eine große Rolle. Mitarbeiter sollten etwas leisten können, wollen und dürfen, damit sie auch wirklich Leistung zeigen. Und sie sollten eine bestimmte persönliche Reife erlangt haben, um eigenverantwortlich arbeiten zu können. Nur dazu befähigte Teams können mit hoher Selbstorganisation arbeiten.

In ein Unternehmen agile Führung hineinzutragen bzw. ein Mehr an agiler Führung zu leben, bedeutet immer auch, einen Kulturwandel einzuläuten. „Schon wenige Elemente können dafür sorgen, dass sich die Zu­sam­men­ar­beit und der Output verbessern.“ Dazu werden verschiedene Methoden ausführlich in diesem Buch beschrieben.

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