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Vor einigen Jahren verloren wir einen Auftrag, weil wir kein E-Learning-Angebot hatten. Seit diesem Zeitpunkt beobachten wir die Entwicklung von E-Learning, Blended Learning und Co. Aus meiner Sicht hat diese neue Form des Lernens ihre Kinderkrankheiten überwunden und wird so zur ernsthaften Alternative zu Präsenztrainings.

Was kann E-Learning 2.0 leisten?
Elektronisches Lernen bietet eine hervorragende Möglichkeit, Wissen zu vermitteln. Gut gemachter Content besteht aus bewegten Bildern und gut verständlich gesprochenen, wohldosierten Inhalten, die ein Thema umfassend abbilden. Weiterführende Literatur wird zum Download angeboten. Keiner sollte heute mehr gezwungen sein, Powerpoint-Textfolien vorgelesen zu bekommen. Das ist Schnee von gestern.

Was ist Blended Learning?
Blended Learning ist eine Kombination aus E-Learning und Präsenzzeit. Diese neue Form des Lernens bietet damit einen wesentlich größeren Spielraum zu lernen. Ich kann neues Wissen erwerben und gleichzeitig neue Fähigkeiten aufbauen, weil ich die Möglichkeit zum Üben habe.

Mit Blended Learning kann man sogar noch einen Schritt weitergehen und neue Kompetenzen aufbauen, weil diese Lernform eine Brückenfunktion ins Unternehmen bilden kann, um auch diesen Lernschritt zu unterstützen.

Wieso ist diese Form des Lernens für ein Unternehmen interessant?
In den meisten Fällen reduzieren sich die Tage, die ein Mitarbeiter außerhalb des Unternehmens tätig ist. Manche Kunden glauben, dass sich dadurch auch die Lernzeiten reduzieren, was natürlich nicht der Fall ist. Der Mitarbeiter braucht selbstverständlich auch Lernzeit am Arbeitsplatz, um die E-Learning-Elemente durchzuarbeiten. So mancher schlauer Chef meint dann, dass das am Wochenende erledigt werden kann – das gilt es zwischen Mitarbeitern, Betriebsrat und Unternehmen zu klären.

Von der anderen Seite betrachtet – die Gesamtlernzeit bleibt gleich – sie verschiebt sich nur weg vom Seminarhotel hin zum Arbeitsplatz. Für manche Teilnehmer, die mit bestimmten Trainingsthemen bisher wenig zu tun hatten, sind die Wissensvermittlungs-Teile im Präsenz-Training manchmal zu wenig. Da gibt es im Training kaum Chancen zur Vertiefung – möglicherweise hat der Mitarbeiter die Chance, weiterführende Literatur zu lesen. Holt ihn der Arbeitsalltag wieder ein, sind allerdings oft die Hürden größer als der Wille, sich die Zeit für diese weiterführende Literatur zu nehmen, und es bleibt bei der guten Absicht.

Ist dieser Teil via E-Learning abzuwickeln, kann das Thema zum Beispiel für Anfänger, für Fortgeschrittene und für Spezialisten unterschiedlich gestaltet sein. Der Teilnehmer hat die Möglichkeit, die Bausteine auch öfter anzuschauen, bzw. gibt es bei den Online Elementen immer die Möglichkeit, dazugehörige weiterführende Ressourcen herunterzuladen. Manche Kunden wünschen sich auch ein Textbuch zu den Nuggets, das heißt, die Möglichkeit, den gesprochenen Text als „Buch“ zur Verfügung zu haben.

Die Präsenzzeiten können in Blended Learning Elementen sehr bedarfsgerecht gestaltet werden. Das bedeutet zum Beispiel, dass die praktischen Übungssequenzen in kleinen Peergroups stattfinden können und nicht in der gesamten Gruppe, damit die Aufmerksamkeit des Trainers fokussierter auf kleinere Teams gerichtet ist. Diese Peergroups können wirklich physisch im Präsenzmodus arbeiten oder sich im virtuellen Klassenzimmer treffen, was dem Unternehmen eine weitere Reduktion der Reisekosten bringt. Was für die Teilnehmer nur eine kurze Unterbrechung des Arbeitsalltags bedeutet, stiftet hohen Nutzen.

Wenn ein Unternehmen alle Möglichkeiten des Blended Learning ausschöpfen möchte, kostet das kurzfristig mehr als ein Präsenztraining, sogar, wenn man die Reisekosten der Mitarbeiter mit einrechnet. Langfristig reduzieren sich die Kosten.

Was bringt mir das als Privatperson?
Wer heute als Privatperson eine Weiterbildung sucht, merkt wahrscheinlich ziemlich schnell, dass es nicht so leicht ist, eine qualitativ hochwertige Weiterbildung zu finden, die auch wirklich stattfindet. Es gibt zwar viele Angebote, allerdings schaffen es nur wenige Anbieter, genügend Teilnehmer zu gewinnen, sodass die Programme auch durchgeführt werden können.

Sehr oft sitzt man dann in Seminaren oder Trainings mit mindestens 15 anderen Teilnehmern. Wie sehr die individuellen Bedürfnisse dabei berücksichtig werden können, steht auf einem anderen Blatt. Die Alternative ist, an einer Privatuniversität einen Lehrgang zu besuchen, der zumeist teuer ist, lange dauert und terminlich wenig Flexibilität bietet.

Genau an diesem Punkt kommt auch für mich als Einzelperson das Thema Blended Learning ins Spiel. Bei einem Blended Learning-Angebot, dass ausschließlich virtuell stattfindet, bin ich unabhängig von anderen Teilnehmern. Ich allein buche den Kurs und bekomme auch die ungeteilte Aufmerksamkeit des Online Coaches.

Ein weiterer Vorteil für mich ist, dass ich die E-Learning Bausteine dann absolvieren kann, wenn ich Zeit dazu habe. Wenn der Anbieter qualitativ hochwertig ist, stellt er mir die Bausteine zur offline-Nutzung zur Verfügung. Das heißt, ich muss nicht immer online sein, wenn ich die E-Learning- Elemente bearbeite. Wie oft ich mich durch die E-Learning-Elemente klicke, bleibt mir überlassen. Es gibt keine fixen Zeiten, es gibt keine Beschränkungen. Was ich schon weiß, muss ich mir nicht noch einmal in aller Ausführlichkeit anschauen; was neu für mich ist, kann ich mit weiterführender Literatur, vielleicht auch mit Videospots, vertiefen. Ich werde wahrscheinlich insgesamt mehr Zeit investieren, als wenn ich auf ein 2-3-tägiges Seminar fahren würde, allerdings habe ich wesentlich mehr Nutzen und ich muss mich dafür nicht von zu Hause wegbewegen.

Und damit bieten Blended Learning-Angebote, die vollständig virtuell stattfinden – also E-Learning kombiniert mit Präsenzelementen im virtuellen Klassenzimmer – eine individuelle Alternative in Aus- und Weiterbildung.