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Die heutige Tagesetappe führt uns von Yangun aus Richtung Norden an den Goldenen Felsen, eine der wichtigsten Pilgerstätten des Landes.

Wir fuhren das Irawady Delta entlang, bis wir im Nordosten ans Sittaung Delta kamen. Der Felsen ist Teil einer bis 1200 m hohen Bergkette aus Kalkstein.

Auf der Anfahrt besuchten wir noch den Verkehrsnat, der unter einem Bodibaum wohnt. Er wird angerufen, um neue Autos zu segnen oder für eine weite Reise zu bitten, was wir selbstverständlich gemacht haben.

Dabei haben wir von unserer Führerin eine wichtige Kleinigkeit gelernt. In Burma sind sehr oft Bäume heilig. Viele werden von Nats, den Schutzgeistern bewohnt. Diese können es gar nicht leiden, wenn sie angepinkelt werden. Daher ist in Burma es höchst unerwünscht, wenn jemand an einem Baum seine Notdurft verrichtet. Da die sanitären Anlagen in Burma, die wir bisher gesehen haben sehr sauber sind, besteht dafür aber eh keine Verwendung.

Auf halber Strecke liegt die Stadt Bago, der wir einen Blitzbesuch abstatteten, um einen Tempel zu besuchen, den Rest der wichtigen Sehenswürdigkeiten nahmen wir am Rückweg von goldenen Felsen mit.

Die vier Buddhas von Kyaik Pun

Bago (früher auch Pegu genannt) liegt ca. 80 km nordöstlich von Yangon und gilt mit ca. 250.000 Einwohner als viert größte Stadt Myanmars. Bago wurde im 9. Jahrhundert gegründet und gilt als die alte Haupstadt des Volkes Mon.

Die Buddhas Kakusandha, Konagamana, Kassapa und Gautama sitzen angelehnt an einen 30 Meter hohen quadratischen Pfeiler und schauen in die vier Haupthimmelsrichtungen, Konagamana nach Süden, Kassapa nach Westen Gautama nach Norden und Kakusandha nach Osten. Nur Gautama ist der „echte“ Buddha. Schaut Euch mal die Gesichter an. Jedes ist anders. Wir bekamen als Erklärung, dass auch die Einzelnen Volksgruppen sehr unterschiedlich aussehen.

Auf dem Weg zum Goldenen Felsen liefen uns noch ein paar Wasserbüffel und Reisfelder über den Weg. Wir bekamen ausdrücklich die Order nicht reinzugehen, wegen Schlangengefahr. Das Tele hat es tun müssen….

In Burma sind Kühlschränke noch nicht überall verfügbar, daher kaufen die ärmeren Burmesen Trockenfisch. Stinkt ziemlich. Das Lieblingswürzmittel ist eine Fischpaste ähnlich dem römischen Garum. Aber auch Fastfood hat sich durchgesetzt. Die eingewickelten Packerl enthalten Fisch in Reis eingewickelt und fliegen dann bloss noch ins kochende Wasser und sind essbar.


Am frühen Nachmittag erreichten wir die Basisstation um auf den Goldenen Felsen aufzufahren.

Der Platz zählt zu den Top 4 in Burma. Früher ist man den ganzen Weg hochmarschiert. Heute übernehmen Kleinlaster den Transport. Pro Reihe sitzen 6 Burmesen oder 5 Touristen. Aufpasser achten darauf, dass wirklich jeder Platz gefüllt ist. Dann geht es mit quietschen Reifen, und rauchender Kupplung den Berg hoch. Runter war es fast noch mehr Spass. Bremsen ist was für Feiglinge.

Der Legende nach wird der goldene Felsen nur von zwei Haaren Buddhas im Gleichgewicht gehalten und fällt deswegen nicht über den Abgrund. Ein Eremit hatte die Haare von Buddha als Reliquie geschenkt bekommen und vor seinem Tod einen Felsen im Wasser gesucht, der seinem Schädel gleicht. Als er diesen fand, brachte er ihn auf den Berg, wo er noch heute steht.

Für die Burmesen ist der Platz sehr heilig. Jeder sollte dreimal, im Jahr hierherkommen, um Glück im Leben zu haben. Das spannende dabei, Männer und Frauen geniessen im Heiligtum ganz unterschiedliche Rechte. Nur Männer dürfen direkt an den Felsen ran und diesen mit Goldplättchen verzieren. Frauen können den Felsen nur umrunden.

Die Einheimischen verbringen oft die Nacht im Heiligtum. Die Touristen schlagen in dem kleinen Bergdorf.