Seite auswählen

Heute war um 04:00 Tagwache und schon um 05:00 Abfahrt zum Flughafen. Vom Inlandsterminal flogen wir 1 Stunde und 40 Minuten nach Bagan. Schon im Landeanflug sieht man die riesige archäologische Zone. Ich glaube es ist nicht übertrieben, dass da unten 1000 Tempeln stehen.

Die Landschaft ist hier komplett anders wie im Tiefland. Der Boden ist sandiger und es wirkt wie eine Steppe. Dort wo genug Wasser ist, sind landwirtschaftliche Nutzflächen. Jedes Feld ist von Bäumen umgeben, als Windschutz.

Die Ankunft am Flughafen war eher abenteuerlich. Wir marschieren zu Fuss zum Ankunftsgebäude. Die Koffer wurden am Flughafen in einen Handkarren verladen und händisch zum Bus gezogen.

Zwischen dem Flughafen und der archäologischen Zone liegt der Markt. Dort waren die Händlerinnen ziemlich aufdringlich und erst wenn man sich weiter in den Markt vorgewagt hat, konnte man in Ruhe schauen und auch handeln. Die ersten burmesischen Wickelhosen haben die Besitzerin gewechselt und auf der weiteren Reise noch gute Dienste getan.

Bagan ist ein Ort mit viel Geschichte. Das Bagan Reich zählte zu den wichtigsten in Südost Asien. Für 430 Jahre war Bagan das Herrschaftszentrum und Königsstadt. Bagan ist seit dem 9. Jh. ein wichtiger Handelsplatz durch seine Lage am Irrawaddy. In dieser Zeit erhielt die Stadt auch die Stadmauer, deren Reste auch heute noch stehen. Zu der Zeit hat sich der lokale Schlangenkult mit dem Vajrayanna Buddhismus getroffen und gemischt. Frühe Siedlungsspuren fanden sich bei der Stadtmauer. (9./10. Jh.)

Vom 11. bis zum 13. Jh. wurden rund 6000 Pagoden erbaut, von denen ca. 2000 erhalten sind. Dem Reich ein Ende setzten die Mongolen, die 1247 unter Kublei-kan Bagan eroberten.

Shwezigon Pagode (1059-1110)

Sie wurde 1059 unter König Anawrahta begonnen und 1110 unter König Kyanzittha vollendet. Der grösste Unterschied zu Pagoden aus Yangun sind die Terrakotta-Tafeln auf denen das Leben Buddhas dargestellt ist.

In allen Pagoden werden auch Nats verehrt, die am ehesten mit katholischen Engeln gleichzusetzen sind.

Nachdem der König eine traditionelle Kopfbedeckung trug, bei der er den Kopf nicht heben konnte, weil sie zu schwer war, gibt es an einer Stelle der Pagode eine Spiegelung.

Ananda Tempel (1091 bis 1105)

Er wurde von König Kyanzittha errichtet. Der Tempel befindet sich etwa 200 Meter östlich der Stadtmauer der Altstadt von Bagan. Der Tempel ist benannt nach dem Lieblingsschüler (vielleicht auch Cousin) Buddhas.

Der Tempel ist kreuzförmig (griechisches Kreuz). Er hat auch Terrakottareliefs (Jatanka), die das Leben Buddhas darstellen. Einige in der Mon Sprache, einige in Pali.
Die Innen-Wände des Tempels waren mit Wandmalereien geschmückt, von denen Fragmente seit den 1960er Jahren nach Restaurierungsarbeiten sichtbar sind. Die vier Buddhas in den zentralen Nischen: Nord: Kakusanda, Ost: Konagama, Süd: Kasyapa, West: Gautama. Alle 12 m hoch und mit Blattgold überzogen. In der westlichen Eingangshalle befindet sich auch ein Fussabdruck von Buddha aus Marmor. Der Tempel wurde 8m 18. Jh. Erstmals renoviert und 1975 bei einem Erdbeben stark zerstört.

Htilominlo-Tempel (13. Jh.)

Er wurde von König Nandaungmya vollendet und ist der jüngste der grossen Tempel in Bagan. Der Tempel ist 46 m hoch und hat eine quadratische Basis mit 43 m Seitenlänge. Auch hier gibt es vier Buddhas, die in vier Himmelsrichtungen schauen. Den oberen Abschluss bildet ein Turm mit einen vergoldeten Hti, was Schirm heisst.

Der Vater des Königs, Narapatisithu versammelte seine fünf Söhne um einen weißen Schirm; derjenige wurde zum Kronprinzen erwählt, zu dem sich der Schirm hinneigte. Angeblich fand die Wahl an dem Ort statt, wo jetzt der Htilominlo-Tempel steht.

Manua Tempel

Er ist von Konig Anawratta errichtet worden. Der Tempel ist nach dem Mon-König Manua genannt, den er besiegt hat.

Der Tempel beherbergt drei sitzende und einen riesigen liegenden Buddha im Stadium des Hinübergleitens ins Nirwana. Die Innenräume sind im Vergleich zu den Statuen sehr klein, so dass ein Gefühl der Enge und Bedrückung entsteht, wie es wohl auch der gefangene König Manuha empfunden haben mag.

Sonnenuntergang am Aussichtshügel