Am 11. Tag unserer Reise wartet ein ganz spezielles Abenteuer. Mit kleinen Motorbooten erkunden wir den Inle See. Am See leben Pa-O, eine anerkannte Minderheit in Burma. Die Frauen dieser Volksgruppe sind besonders gut zu erkennen, da sie einen Kopfputz tragen, der bei uns sofort die Assoziation eines Geschirrtuchs ausgelöst hat.
Wir besuchten einige Pfahlbaudörfer, in denen Handwerker wohnen. Die Pa-O sind bekannt für Seiden- und Lotus-Weberei, Bootsbau, Schmiedekunst, aber auch Silberschmiede und Schnitzereien.
In einer der Werkstätten trafen wir auch auf zwei Giraffenhalsfrauen, die dort in einer Weberei arbeiteten.
Die Giraffenhalsfrauen der Pa-O sind recht bekannt. Früher haben die Bergstämme ihre Frauen geschützt, indem sie einen Halsschmuck aus Metall getragen haben, der ihre Hälse künstlich verlängert. Man hat das gemacht, damit die Frauen nicht als Sklavinnen geraubt werden. Heute hat sich dieser Zweck ad absurdum geführt. Nur noch alte Frauen tragen diesen Halsschmuck, der nur einmal im Jahr abgelegt wird zum Putzen. Während der Zeit muss jemand die Halsmuskulatur der Frau unterstützen, da diese sonst den Kopf nicht halten könnte. Wir haben auch ein junges Mädchen getroffen, das so einen Halsschmuck getragen hat. Sie tut es, weil Touristen für Fotos wesentlich mehr Geld zahlen, als sie im Dorf verdienen kann. Die Dörfer der Giraffenhalsfrauen sind für Ausländer im Moment nicht zugänglich.
Auch zwei klassische Sehenswürdigkeiten standen auf dem Programm:
Die Phaung Daw Oo Pagode, am Westufer des Sees, in der Nähe der Ortschaft Ywama. Sie beherbergt 5 Buddhas, von denen man nicht mehr sehen kann, was unter dem vielen Blattgold verborgen ist, das gläubige Buddhisten aufgerubbelt haben. Einmal im Jahr werden sie auf einer Barke mit Vogelkopf am Inlesee rumgeführt, „der Königsbarke“, was immer Volksfestcharakter hat. 1965 kenterte die Barke. Vier der Buddhas wurden im flachen Wasser wieder gefunden und konnten in die Pagode zurückgebracht werden. Der fünfte Buddha tauchte nicht mehr auf. Als sie dann wieder in der Pagode waren, stand der 5. Buddha schon dort. Seither fahren sie immer nur mehr mit vier Buddhas am See rum, da ja einer nicht „mitfahren“ wollte. In unmittelbarer Nähe der Pagode steht die Garage für die Königsbarke.
Auf der Westseite des Inle-Sees, nahe der Stadt Ywama befindet sich das Nga Phe Chaung Kloster. Das aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammende Teakholzgebäude ist im Shan-Stil erbaut und beherbergt zahlreiche wertvolle Buddhastatuen in verschiedenen Stilrichtungen.
Das Kloster ist aber eher nicht wegen der Buddhastatuen bekannt, sondern es heißt auch »Kloster der springenden Katzen«. Die Mönche dressierten die Katzen so, dass sie Kunststücke konnten. Nachdem die Katzen immer mehr zur Attraktion wurden, hat der Abt 2013 das Vorführen von Kunststücken verboten. Jetzt leben die Katzen wieder so, wie sie es gewohnt sind – fressen – knuddeln – spielen – schlafen. Die Arbeit für die Touristen gehört der Vergangenheit an.
Am Rückweg ins Hotel besuchten wir noch eine weitere Attraktion am Inle See – die schwimmenden Gärten.
Die schwimmenden Gärten auf dem flachen See werden aus Schlick und dem Wurzelwerk der üppig wachsenden gebaut und mit Bambusstangen im Boden verankert. Die Technik wurde vom Stamm der Intha entwickelt, die aus dem Süden Burmas in das Shan-Land eingwandert waren und nur die Erlaubnis bekamen, im Schilfgürtel des Inle Sees zu siedeln.
Menschen können diese Gärten nicht betreten, sondern müssen sie vom Boot aus bewirtschaften. Es wird vor allem Gemüse angebaut wie: Tomaten, Gurken und Auberginen. Es kann mehrmals im Jahr geerntet werden.





















